Im Auftrag der Nagra (Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle) führte Daldrup mehrere geologische Tiefbohrungen in der Schweiz durch. Die Bohrungen erreichten Tiefen von bis zu 1.370 Metern und dienten dazu, den geologischen Aufbau des Untergrunds genauer zu untersuchen.
Im Mittelpunkt stand die Erkundung des Opalinustons und der angrenzenden Gesteinsschichten. Die dabei gewonnenen Daten bilden eine wichtige Grundlage für die Bewertung möglicher Standorte für geologische Tiefenlager radioaktiver Abfälle.

Hohe Anforderungen an die Bohrkerngewinnung
Eine der wichtigsten Aufgaben bei diesem Projekt war die Gewinnung hochwertiger und möglichst ungestörter Bohrkerne. Nur so lassen sich zuverlässige Aussagen über die Eigenschaften der verschiedenen Gesteinsschichten treffen.
Dafür kamen umfangreiche Seilkernbohrverfahren zum Einsatz. Bei der Erkundungsbohrung Bülach 1-1 wurden beispielsweise rund 830 Meter als Kernstrecke ausgeführt.
Um eine gleichbleibend hohe Qualität der Bohrkerne zu erreichen, mussten die Bohrparameter sorgfältig überwacht und immer wieder an die geologischen Bedingungen angepasst werden. Die gewonnenen Gesteinsproben wurden anschließend für geologische, geophysikalische, hydraulische und felsmechanische Untersuchungen genutzt.
Anspruchsvolle Bedingungen in großer Tiefe
Die Bohrarbeiten brachten verschiedene technische Herausforderungen mit sich. Besonders instabile und quellfähige Gesteinsschichten sowie auftretende Spülungsverluste verlangten eine genaue Abstimmung der Bohrverfahren und Spülungssysteme.
Auch die Bohrlochgenauigkeit spielte eine wichtige Rolle. Bei der Bohrung Bülach 1-1 musste die Bohrlochneigung über die gesamte Tiefe unter 3° gehalten werden. Der Bohrlochverlauf wurde deshalb kontinuierlich kontrolliert.
Zum Einsatz kamen leistungsfähige Bohranlagen, darunter die elektrohydraulische Wirth B152 t (DS05). Mit einer Hakenlast von 175 Tonnen und einer Teufenkapazität von bis zu 3.000 Metern bot sie die technischen Voraussetzungen für die anspruchsvollen Arbeiten.
In der Tiefe zeigt sich, was Erfahrung wert ist.
Dipl.-Ing. Bernd Daldrup, Vorstand
Sicherheit und Umweltschutz im Fokus
Neben der technischen Ausführung hatten die Arbeitssicherheit und die Kontrolle des Bohrlochs einen hohen Stellenwert.
Die Bohrarbeiten erfolgten unter Berücksichtigung hoher Well-Control-Standards nach API- und IWCF-Vorgaben. Auch während der Seilkernbohrungen wurde die Bohrlochkontrolle durch spezielle Sicherheitseinrichtungen, unter anderem einen Wireline-BOP, sichergestellt.
Ein weiterer wichtiger Punkt war der Schall- und Emissionsschutz. Die Baustelleneinrichtung und die Arbeitsabläufe mussten so geplant und abgestimmt werden, dass Lärm- und Schadstoffemissionen möglichst gering blieben.
Wichtige Erkenntnisse aus dem Schweizer Untergrund
Mit den durchgeführten Tiefbohrungen konnten wichtige Informationen über den geologischen Aufbau und die Eigenschaften der untersuchten Gesteinsformationen gewonnen werden.
Für Daldrup war das Projekt vor allem durch die Kombination aus großen Bohrtiefen, anspruchsvollen geologischen Verhältnissen und hohen Anforderungen an die Bohrkernqualität geprägt.
Die erfolgreiche Durchführung zeigt, wie entscheidend Erfahrung, sorgfältige Planung und ein eingespieltes Bohrteam bei solchen Projekten sind.
Projektdaten auf einen Blick
Projekt
Auftraggeber
Leistung
Anzahl Tiefbohrungen
Maximale Endteufe
Bohranlage
Projektstandort
Nagra – Geologische Tiefbohrungen
Nagra, Schweiz
Geologische Tief- und Erkundungsbohrungen
6
1.370 Meter
Wirth B152 t (DS05)
Schweiz
Häufige Fragen zu den Nagra-Tiefbohrungen
Die von Daldrup durchgeführten Erkundungsbohrungen in der Schweiz erreichten Tiefen von bis zu 1.370 Metern.
Ziel der Bohrungen war es, den geologischen Aufbau des Untergrunds genauer zu untersuchen. Im Mittelpunkt standen dabei der Opalinuston und die angrenzenden Gesteinsschichten. Die gewonnenen Erkenntnisse dienen als Grundlage für die Bewertung möglicher geologischer Tiefenlager für radioaktive Abfälle.
Ein Schwerpunkt lag auf Seilkernbohrungen, mit denen möglichst vollständige und ungestörte Gesteinsproben gewonnen werden konnten. Bei der Bohrung Bülach 1-1 wurden rund 830 Meter als Kernstrecke ausgeführt.
Die Bohrungen führten durch teilweise instabile und quellfähige Gesteinsschichten. Hinzu kamen Spülungsverluste sowie hohe Anforderungen an die Bohrkernqualität, die Bohrlochgenauigkeit und die Sicherheit. Die Bohrverfahren mussten deshalb immer wieder an die jeweiligen Bedingungen angepasst werden.