Hydrothermale Tiefengeothermie in Olching-Geiselbullach
Im Rahmen des Geothermieprojekts Olching-Geiselbullach wurde die Daldrup & Söhne AG mit der Ausführung von zwei geothermischen Tiefbohrungen zur Erschließung hydrothermaler Erdwärme im süddeutschen Molassebecken beauftragt. Die beiden Bohrungen mit Bohrlängen von rund 2.430 und 3.300 Metern wurden am Standort Geiselbullach im Landkreis Fürstenfeldbruck in Bayern durchgeführt.
Ziel des Projekts ist die nachhaltige Nutzung der im Oberjura (Malm) vorhandenen Erdwärme zur Versorgung regionaler Fernwärmenetze. Hierzu wurde eine geothermische Dublette aus einer Förder- und einer Injektionsbohrung hergestellt. Die gewonnene Wärme soll in die bestehende Energieinfrastruktur am Standort integriert werden und langfristig zu einer klimafreundlichen Wärmeversorgung beitragen.

Technische Herausforderungen bei den Geothermiebohrungen
Die Durchführung der beiden Tiefbohrungen stellte hohe Anforderungen an die Bohrtechnik, Bohrlochsteuerung, Baustellenorganisation sowie Arbeits- und Umweltsicherheit.
Eine besondere Herausforderung war die Ausführung beider Tiefbohrungen von einem gemeinsamen Bohrplatz aus. Die Bohransatzpunkte lagen lediglich rund sechs Meter auseinander. Nach Fertigstellung der ersten Bohrung wurde die Bohranlage mithilfe eines Skidding-Systems zur zweiten Bohrposition versetzt. Dadurch konnte die vorhandene Bohrplatzinfrastruktur für beide Bohrungen genutzt werden.
Besonders hohe Anforderungen bestanden an die präzise Bohrlochführung und die Einhaltung sicherer Abstände zwischen den beiden Bohrungen. Im oberen Bohrabschnitt war eine möglichst vertikale Bohrlochführung mit einer Neigung von weniger als 1° gefordert. In den tieferen Abschnitten wurden die Bohrungen gezielt abgelenkt, um die geologische Zielformation im Malm zu erschließen.
Zwei Bohrungen, ein Ziel: Erdwärme für die Region.
Dipl.-Ing. Bernd Daldrup, Vorstand
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Schutz der oberflächennahen Grundwasserhorizonte. Im oberen Bohrabschnitt kam eine Ton-Süßwasserspülung zum Einsatz. Die fachgerechte Ausführung der Verrohrungs- und Zementationsarbeiten sowie die Einhaltung der vorgegebenen Umweltschutzmaßnahmen waren wichtige Bestandteile der Bohrarbeiten.
Darüber hinaus stellten die großen Bohrlängen und die wechselnden geologischen Formationen hohe Anforderungen an die eingesetzte Bohrtechnik, die Spülungsführung und die kontinuierliche Überwachung der Bohrparameter.
Auch der Schall- und Emissionsschutz musste während der gesamten Bohrarbeiten berücksichtigt werden. Eine abgestimmte Baustellenlogistik, geeignete technische Schutzmaßnahmen und ein effizienter Bohrbetrieb trugen dazu bei, die Auswirkungen auf die Umgebung möglichst gering zu halten.
Projektergebnis: Grundlage für die regionale Wärmeversorgung
Mit der erfolgreichen Ausführung der beiden geothermischen Tiefbohrungen wurde die Grundlage für die langfristige Nutzung hydrothermaler Erdwärme am Standort Olching-Geiselbullach geschaffen.
Das Projekt zeigt die Erfahrung der Daldrup & Söhne AG bei der Durchführung anspruchsvoller Geothermiebohrungen. Besonders die genaue Bohrlochführung, die technischen Anforderungen bei großen Bohrlängen sowie der Grundwasser- und Umweltschutz spielten bei der Umsetzung eine wichtige Rolle.
Projektdaten auf einen Blick
Projekt
Auftraggeber
Leistung
Projektart
Bohrlängen
Geologischer Zielhorizont
Projektstandort
Geothermie Olching-Geiselbullach
GfA / Amperland Thermalwärme GmbH
Zwei geothermische Tiefbohrungen (Dublette)
Hydrothermale Tiefengeothermie
ca. 2.430 und 3.300 Meter
Oberjura (Malm)
Olching-Geiselbullach, Bayern
Häufige Fragen zum Geothermieprojekt Olching-Geiselbullach
Ziel ist es, die im süddeutschen Molassebecken vorhandene Erdwärme langfristig für regionale Fernwärmenetze zu nutzen. Dafür führte die Daldrup & Söhne AG zwei geothermische Tiefbohrungen durch.
Die beiden Bohrungen haben Bohrlängen von rund 2.430 und 3.300 Metern. Der geologische Zielhorizont ist der Oberjura (Malm).
Eine geothermische Dublette besteht aus einer Förder- und einer Injektionsbohrung. Über die Förderbohrung wird heißes Thermalwasser an die Oberfläche gefördert. Nach der Wärmeentnahme wird das abgekühlte Wasser über die Injektionsbohrung wieder in den Untergrund zurückgeführt.
Eine besondere Herausforderung war der geringe Abstand zwischen den beiden Bohransatzpunkten von nur rund sechs Metern. Hinzu kamen die großen Bohrlängen, die präzise Steuerung der Bohrlöcher und die hohen Anforderungen an den Grundwasser-, Schall- und Emissionsschutz